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Pfeffernüsse – Kindheitserinnerung zum schmecken

10. November 2019

Ich bin in einem vier Generationen-Haushalt groß geworden auf einem alten Bauernhof. In den verschiedensten Konstellationen wohnten meine Uhroma und ihre drei Schwestern bei uns, meine Oma sowie meine Eltern, mein Bruder und ich. Das viele Gewusel und das immer jemand da war, habe ich als Kind sehr geliebt und später (bis heute) vermisse ich, dass es nicht mehr so ist. Aber so ist das Leben nun mal, es ändert sich ständig und was uns bleiben sind Erinnerungen an unsere Liebsten und ihre Gewohnheiten.

Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist, wie meine liebe Uhrgroßtante Anna ihre Martinspäckchen packt. Bei uns kamen früher schon nicht sooo viele Kinder, denn wir wohnten ein bisschen abseits vom Wohngebiet, aber denen die kamen, wurde ein liebevoll gepacktes Säckchen in die Tasche gelegt. Immer am Tag von Martin Luther packte Tante Anna mit ihren Schwestern einige Papierservietten für die Kinder der Nachbarschaft. In jedes kam ganz gerecht eine Mandarine, ein paar Walnüsse und ihre Pfeffernüsse. Und von diesen Pfeffernüssen möchte ich euch heute erzählen. Diese Pfeffernüsse sind ein Gebäck, dass eben nur einmal im Jahr gebacken wurde und zwar zu Martin Luther. Andere Plätzchen wurden bei uns erst in der Adventszeit gebacken, vielleicht waren wir Kinder auch deswegen doppelt so scharf auf dieses Gebäck. Sie sind schon etwas ganz besonderes und vielleicht auch nicht für jeden Geschmack… denn sie schmecken halt nicht so süß wie andere Weihnachtsplätzchen, aber für mich gehören sie untrennbar zum Beginn der besinnlichen Zeit. Noch heute ist es so, dass für mich erst der Herbst bzw. schon fast die Vorweihnachtszeit so richtig anfängt, wenn ich bei meiner Mama in die Küche kommen und Pfeffernüsse auf dem Tisch stehen. Jetzt, wo ich meine eigene kleine Familie gründe, möchte ich diese Familientradition mit euch teilen und zum Martinstag Tante Annas Pfeffernüsse backen. Daher gibt’s heute hier das Rezept, vielleicht hat der ein oder andere ja auch Lust sie mal auszuprobieren.

Zutaten:

500g Rübenkraut

100ml warme Milch

2 Eier

2 leicht gehäufte TL Natron

2 Tüten gemahlener Anis à 15g

1 leicht gehäufter TL Pfeffer

1 gehäufter TL Zimt

1 kg Mehl

Die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, so dass ein großer zusammenhängender Klumpen entsteht. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu mehreren ca. 2cm dicken Rollen verarbeiten. Diese Rollen dann wiederum in fingerbreite Stücke schneiden und diese mit leichtem Abstand auf einem Backblech verteilen. Die Pfeffernüsse werden bei 150 °C in ca. 15 – 20 Minuten gebacken. Um eine schöne, glänzende Oberfläche zu erhalten, die Pfeffernüsse mit etwas Zuckerwasser im lauwarmen Zustand bestreichen.

Welche Familienrezepte gehören bei euch traditionell in die Herbst-/Weihnachtszeit?

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