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Aufbruch in ein Abenteuer – von Sorgen, Träumen und Meeresduft

4. Mai 2019

Am Anfang war da diese Idee… Mal etwas Anderes machen… Sich etwas trauen und aus dem Alltag ausbrechen. Ich hatte mir überlegt mir selber zu beweisen, dass ich auch ohne Hilfe gut alleine zurecht komme, mir selber zuzutrauen mit einem großen Auto durch fremde Länder zu fahren und mit nur Wenig zufrieden zu sein. Daraus entstand die etwas konkretere Idee mir einen Van zu mieten und mich auf den Weg nach Norwegen zu machen. Ich hatte tatsächlich erst überlegt diese Reise alleine anzutreten, doch als ich meiner Cousine davon erzählte, war sie Feuer und Flamme, versuchte Urlaub für die Zeit im Oktober zu organisieren und so wurde aus meinem Solotrip ein Mädelstrip, auf den wir uns von da an die nächsten acht Wochen unfassbar freuten.   

Ich selber machte mir darum Sorgen, ob ich das große Auto fahren konnte, ob es nicht zu kalt wird, ob ich mit dem wilden Campen klar kommen würde… Das alles hätte ich natürlich niemals zugegeben im Vorhinein und wenn mich jemand fragte, ob ich denn nicht Angst hätte oder mir Sorgen machen würde, winke ich ab: „Ach Quatsch, was soll denn schon passieren!?“   

Worüber ich mich allerdings tatsächlich nie Sorgen gemacht hatte während unserer Zeit der Vorfreude und Planung war unsere Sicherheit… Ich meine, komm schon… wir sind nach Norwegen gefahren und nicht in ein Krisengebiet. Erst als wir schon unterwegs waren, erzählte mir Julia wie viele sie darauf angesprochen hätten, ob es denn nicht gefährlich ist, wenn wir alleine ohne Männer fahren… aber da dachte ich dann: „Jetzt erst recht!“ Ich würde aber lügen, würde ich behaupten, dass diese Gedanken danach nicht hin und wieder in meinem Kopf herumgegeistert sind. 

Es war das letzte Wochenende im September, als wir uns endlich auf den Weg machten. Wir haben uns die Diesellotte, die früher einmal als Krankentransportfahrzeug beim roten Kreuz gedient hat, über die Plattform PAUL CAMPER gemietet. Von Anfang an waren wir verliebt in das alte Schätzchen, mit all seinen Macken. Dem nicht funktionierenden zweiten Gang, dem Geruch nach faulen Eiern und dem Treckersound beim Starten des Transporters, um nur mal einige davon zu nennen.

Dieses Gefühl von Freiheit, als wir das Auto starteten, unseren Männern und unserer Familie im Rückspiegel zuwinkten und uns knatternd auf den Weg Richtung Norden machten, war einfach überwältigend. Wir sprudelten gerade zu vor Energie und dieses Kribbeln im Bauch werde ich nie vergessen. An diesem ersten Tag hieß es erst mal Kilometer reißen, denn wir wollten die erste Nacht unbedingt schon am Meer verbringen. Also Zähne zusammen beißen und der Diesellotte ihr Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h abverlangen. Es war herrlich, denn wir fuhren bei strahlend blauem Himmel dem Abenteuer Vanlife entgegen. Gute Musik brachte uns fröhlich durch den Tag und als der Himmel sich langsam orange und rot verfärbte, hätte ich schreien können vor Glück, denn ich fühlte schon tief im Inneren, dass das richtig gut wird!

St. Peter Ording hieß das erste Ziel und wir kamen im Dunkeln an. Wir hatten uns vorher nicht darum gekümmert, wo wir schlafen werden und mit der App „park4night“ suchten wir uns jeden Abend aufs Neue einen Standort. In Deutschland ist nichts mit wild Campen, daher suchten wir einen Campingplatz in Nähe des Strandes und konnten dort die erste Nacht verbringen. Außentemperatur waren 10 Grad, wir hatten zwar Schlafsäcke dabei, wollten aber fürs erste bei den Bettdecken bleiben.

Am nächsten Morgen duschten wir schnell und packten unsere Sachen, denn wir hatten nicht vor lange dort zu bleiben. Wir wollten so gerne an unserem ersten Morgen am Strand frühstücken und dafür ist St. Peter Ording einfach perfekt, denn du kannst (für eine ordentliche Gebühr natürlich) mit deinem Auto direkt auf den Strand fahren.

Es war herrlich…
Wind, Sonne, Möwen und viel Ruhe und Platz… Wir bereiteten uns Porridge zu, aßen eine Zimtschnecke (dies sollte ein tägliches Ritual werden) und schauten lange aufs Meer hinaus. Welch fulminanter Start für diese Reise…  

Na dann wollen wir mal nach Dänemark 

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber sobald ich die dänische Grenze überschreite, breitet sich in mir immer automatisch eine innere Ruhe aus. Das war schon als Kind so und hat sich seit dem nicht geändert. So ging es mir auch dieses Mal. Die Landschaft von Dänemark erinnert mich an zahlreiche wunderschöne Urlaube aus meiner Kindheit und ein Gefühl von Heimat breitet sich in meinem Herzen aus. Wir fuhren an der Ostküsste hoch und legten eine ausgedehnte Mittagspause in Höl ein, dem Ort an dem die Familie meines Mannes oft Urlaub macht, setzten uns in die Sonne auf einen Steg und genossen den Augenblick völliger Ruhe.   

Bis wir unser Nachtlager aufschlagen konnten, mussten wir aber noch ein paar Kilometer hinter uns bringen , denn am nächsten Abend wartete die Fähre auf uns und wir wollten am nächsten Tag nicht hetzen müssen. Also ging es weiter mit unserem kleinen Trecker, immer weiter Richtung Norden, die frische Meeresbrise in den Haaren und die Sonnenstrahlen auf der Haut. Die Sonne sank westlich von uns langsam und wir suchten uns mit der App einen Stellplatz für unsere zweite Nacht. Tatsächlich hatten wir richtig Glück und fanden einen Stellplatz für Wohnmobile mit Strom und Sanitäranlagen direkt an einem kleinen Hafen und hatten ihn auch noch für uns ganz alleine. Ein Hoch auf die Nebensaison.

Die Nacht sollte verdammt schattig werden, die sternenklaren Nächte waren wunderschön, versprachen aber auch immer Temperaturen um die Null Grad! Meine Nachtgarderobe sah also wie folgt aus : Langarmshirt, Wollpulli, Jogginghose, Socken, Wollsocken und bis sich das Bett angewärmt hatte auch noch eine Wollmütze. Wir sind allerdings bei unseren Bettdecken geblieben und haben uns darüber noch eine Kuscheldecke gepackt. Und ob ihr es glaubt oder nicht, haben wir die ganze Nacht über geschlafen wie ein Baby und nicht gefroren.   

Morgens haben wir die Rücktüren unseres Transporters geöffnet und die Aussicht auf den morgendlichen Hafen genossen. Die Nasen waren kleine Eiszapfen, aber der Rest war kuschelig warm unter den Decken. Wir konnten diese Harmonie in vollen Zügen genießen und vielen in eine Art Trance, während wir auf das Meer hinaus schauten, eine Mischung aus Zufriedenheit und leichtem Unglauben über die Schönheit des Einfachen.

Unser Weg führte uns weiter durch das schöne Dänemark, der Nordspitze entgegen. Unsere Fähre sollte abends abfahren, aus Hirtshals rund 40 Minuten vom wunderschönen Skagen entfernt. Dort treffen sich Nord- und Ostsee und bieten ein schönes Schauspiel an dem Punkt, wo die Wellen aufeinander treffen. Daher konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen und statteten Skagen einen kurzen Besuch ab. Dort wanderten wir den Strand entlang, genossen den Wind um unsere Nasenspitzen und unterhielten uns über Gott und die Welt. Wir redeten darüber, wie gut der Start in dieses Abenteuer geklappt hat und was als Nächstes auf uns zu kommen wird. Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, waren wir beide ganz schön aufgeregt vor der Fährüberfahrt am Abend. Dieses Kribbeln machte sich wieder im Bauch breit und jede hing so ihren Gedanken nach.

Wir machten uns sehr pünktlich auf den Weg, denn man sollte zwei Stunden vorm Ablegen des Schiffs am Hafen sein und wir wollten nicht zu spät kommen. So standen wir ab 18 Uhr am Hafen, eingereiht mit vielen Wohnmobilen, Lkws und Autos, die alle mit uns gemeinsam nach Norwegen fahren wollten. Wir nutzen die Zeit um Gedanken nachzuhängen, von Norwegen zu träumen und ein Hörbuch zu hören. Gut, dass wir die Zeit noch mal zum Kräfte sammeln genutzt haben, denn das sollten wir später noch gut gebrauchen können.

Für heute werde ich aber erst mal Schluss machen und euch bald mehr über Norwegen rzählen, denn so viel kann ich euch schon mal verraten, wir wurden mehr als belohnt für die holprige Überfahrt nach Kristiansand 🙂 

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