Afrika Allgemein Travel

Sansibar trough my Phone

7. August 2018

Wer bei diesem
Beitrag einen ähnlich ausführlichen Bericht wie beim Beitrag über
unsere Reise auf dem Festland hofft, den muss ich leider direkt in
den ersten Zeilen enttäuschen.

Wir hatten uns ja
schon von Anfang an vorgenommen die vier Tage so viel wie möglich zu
lesen, zu entspannen und am Strand herumzuliegen. Vielleicht wollten
wir einen Ausflug nach Stonetown machen, uns das Geburtshaus von
Freddie Mercury anschauen oder die vielen Essensstände testen, die
an jeder Ecke in der Stadt stehen. 
Unsere Ankunft auf
der Insel war dann etwas holprig. Nach einem rasanten Flug, auf dem
wir schwören könnten, beim steilen Start kurz ohnmächtig geworden
zu sein, landeten wir um 19 Uhr im dunkeln auf der kleinen Insel vorm
Festland und waren froh wieder festen Boden unter den Füßen zu
haben. Vor dem Flughafen warteten dann schon Leute mit meinem Namen
auf einem Schild und wir dachten kurz: „läuft doch!“ Fünf Mann
fühlten sich gleich bemüßigt auf uns zuzustürzen, nachdem wir uns
zu erkennen gegeben hatten und rissen uns die Koffer aus der Hand.
Wir liefen ihnen hinter her, kreuz und quer über den Parkplatz und
als wir uns schon fast sicher waren, dass sie vergessen hatten wo das
Auto steht, kamen wir an einen klapprigen, alten SUV. Ich dachte:
„Prima, da passt wenigstens unser Gepäck gut rein.“ Beim
aufmachen der hinteren Tür habe ich dann aber festgestellt, dass der
ganze Kofferraum voll mit großen, orientalischen Sitzkissen war, die
schon bis auf dir Rückbank überquollen und auch auf dem
Beifahrersitz lag noch ein Sitzkissen. „Psst…Maxi…hast du das
gesehn? Wo soll denn unser Gepäck hin?“ Ich war wirklich
skeptisch, aber der Fahrer meinte nur „no worries!“ und nach zehn
Minuten Koffer-Tetris hatte er dann tatsächlich alles verstaut und
wir konnten uns auf den Weg machen. Das Auto machte komische
Geräusche, es roch furchtbar nach nassem Hund und der Fahrer
schimpfte die ganze Zeit leise vor sich hin. Wir fuhren eine
Dreiviertelstunde kreuz und quer durch Stonetown, die dunkelsten
Ecken und Gässchen, unser Fahrer sprach dauernd irgendwelche Leute
auf der Straße an und telefonierte durchgehend mit jemandem.
Währenddessen erklärte er uns wie wenig er geschlafen hat die
letzten Tage, dass er nie frei hat und es nicht richtig ist, dass er
noch andere Sachen erledigen muss, wo er doch eigentlich nur uns
abholen möchte. Wir hatten anscheinend endlich den Richtigen
gefunden und der Fahrer konnte einen ominösen Brief an ihn
überreichen. Wer nun denkt, ab jetzt geht‘s ja nur noch eben zum
Hotel, der irrt…denn es folgten 1,5 Stunden Horrorfahrt quer über
die Insel, denn ich wusste dann warum er es nicht mag im Dunkeln zu
fahren. Die Autos und LKWs die uns entgegen kamen, hatten entweder
kein Licht oder Fernlicht an. Man konnte nichts erkennen, überall
saßen Leute im Stockdunklen am Straßenrad oder fuhren auf Räder,
die man erst 5 Sekunden vorher erkennen konnte. Dazu war die Sicht
des Fahrers durch Kissen und Gepäck stark eingeschränkt und wir
hatten dauernd Angst, dass die Müdigkeit ihn übermannt und er am
Lenkrad einschläft. Bei jedem Speedbump schimpfte er wie ein
Rohrspatz und machte allgemein einen sehr überforderten Eindruck.
Als wir dann nach über zwei Stunden Fahrt am Hotel auf der anderen
Seite der Insel ankamen waren wir nicht nur dank der Temperaturen
schweißgebadet und haben uns geschworen diesen Weg nur noch einmal
auf uns zu nehmen und zwar wenn wir zurück zum Flughafen müssen.
Daher sind wir die
viert Tage auf der Anlage und in der nahen Umgebung geblieben, was
wirklich nicht das schlechteste war, denn wir hatten eine Unterkunft
direkt am Strand und nebenan eine tolle Beachbar, in der man es
wirklich gut aushalten konnte. Es hätte uns also schlechter treffen
können, aber ich kann quasi nichts über die Insel sagen, denn wir
haben nicht viel gesehen. Was ich sagen kann ist, dass das Meer
einfach unglaublich schön klar und warm war und ich noch nie so
einen weißen, feinen Strand gesehen habe. Also, wenn ihr euch ein
Bild von Sansibar machen wollt, müsst ihr doch leider selbst hin
fahren, aber ein paar Bilder wollte ich hier doch gerne mit euch
teilen.
#fernweh

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